IHCR


Ein Haus für Gastwissenschaftler[1] auf dem Riedberg.

Wissenschaft und Kunst verbinden Menschen weit über die Ländergrenzen und die Grenzen politischer Systeme hinaus. Große wissenschaftliche Erfolge und die besondere Verbindung von Universität und Stadt Frankfurt mit ihren Partnerstädten erhöhten in den vergangenen Jahren sehr die Attraktivität der Goethe-Universität für internationale Wissenschaftler, viele von ihnen noch in einem frühen Stadium ihrer Karriere.

Der persönliche Austausch von Ideen, Denkweisen und Forschungsmethoden kann durch keine mediale Vermittlung ersetzt werden. Ein Forschungsaufenthalt in einer ausländischen Institution ist für alle Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ein bereicherndes Erlebnis. Es ist nicht nur der Entwicklung von Forschungskapazitäten zuträglich, sondern ermöglicht gleichzeitig Einsichten in fremde Kulturen, Denk- und Lebensweisen. Die Förderung dieser Grenzen überschreitenden Gemeinschaft von Forschenden ist das Ziel der Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der Goethe-Universität.

Auf dem Riedberg entstand seit den 90iger Jahren ein neuer naturwissenschaftlicher Campus, der neben den Universitätsinstituten und dem FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Sciences) auch Institute der Max-Planck-Gesellschaft und das Frankfurter Innovationszentrum mit zahlreichen forschungsintensiven Unternehmen umfasst. Der weltweite Austausch mit Gastforschern (Doktoranden, Post-Doktoranden, Gastprofessoren) fördert entscheidend die internationale Sichtbarkeit wie auch die regionale Bedeutung der Science City Riedberg als Ort der Forschung und zur Ausbildung hochqualifizierter Nachwuchswissenschaftler.

Hierzu sind nicht nur sehr gute Arbeitsbedingungen, sondern auch bezahlbare Wohnmöglichkeiten erforderlich. Die Errichtung eines International House Campus Riedberg (IHCR) durch die Stiftung zusammen mit einem Studierendenwohnheim des Studentenwerks Frankfurt tragen dem Rechnung. Erfolgreiche Forschungsaufenthalte begründen eine besondere Verbundenheit mit der Bürgeruniversität und der Stadt Frankfurt am Main.

Struktur des International House Campus Riedberg

Entwurf für das gemeinsame Gebäude von Studierendenwohnheim und International House Campus Riedberg (Oberstes Geschoss), gesehen von der Riedbergallee, links an der Ruth- Moufang-Straße das Otto-Stern-Zentrum (Bibliothek und Hörsaalgebäude).

Das International House ist das oberste Geschoss dieses von Ferdinand Heide entworfenen Gebäudes. Es ist sowohl farblich als auch durch eine höhere Geschoßhöhe vom restlichen Gebäude abgesetzt. Der Flur endet auf einer Seite in einem Dachgarten mit Blick über die Stadt. Das IHCR ist also als Penthouse konzipiert. Die Anordnung aller Apartments entlang eines horizontalen Flurs soll die Kommunikation unter den Bewohnern fördern. Das oberste Stockwerk mit dem Dachgarten ist exklusiv für die Gastforscher zugänglich, jedoch werden Gemeinschaftsräume wie Musikzimmer, Fitnessraum, Waschmaschinen etc. von den Bewohnern des Studierendenheimes gemeinsam mit den internationalen Gästen genutzt. Auf diese Weise sind zahlreiche Begegnungsmöglichkeiten zwischen den Studierenden und den Gästen gegeben, die die Integration aller Bewohner untereinander fördern; eine Idee mit Modellcharakter.

Der Zugang zum Gebäude erfolgt über einen vom Studierendenhaus getrennten Eingangsbereich mit Büro, in dem eine Mitarbeiterin die Gäste empfängt und betreut.

Anordnung des Baukörpers zu Riedbergallee/Ruth- Moufang-Straße, KiTa u. Stern-Gerlach Zentrum
Das Querschnittsbild unten rechts lässt die Penthousestruktur sowie die etwas vergrößerte Geschoßhöhe erkennen.

 


Lage und Raumprogramm des International House Campus Riedberg mit anschließender Dachterrasse (links).

Das „International House Campus Riedberg“ umfasst 27 Wohneinheiten

16 Einzelzimmer (je ca. 24 m2), 9 Doppelzimmer (je ca. 33 m2) (hellgrüne Markierung und 2 Familienappartements (je ca. 60 m2) (hellblaue Markierung).
Mit Nebenräumen beträgt die Brutto-Gesamtfläche 1180 m2.

Wissenschaftler kommen oft nicht alleine, sondern häufig mit ihren Partnern, sodass neben Einzelzimmern ausreichend Doppelzimmer erforderlich sind. Die beiden Familienapartments sind sowohl für internationale Gäste, die mit ihrer Familie längere Zeit an der Goethe-Universität bleiben, als auch für Neuberufene gedacht, bis eine dauerhafte Wohnung gefunden ist. Diese Möglichkeit wird die von der Goethe-Universität angestrebte Internationalisierung des Lehrkörpers sehr erleichtern.

Doppelzimmer
Blick von der Schlafgalerie in den Wohnbereich.Durch Vergrößerung der Raumhöhen von 2.56 m im Einzelzimmer auf 4.16 m im Doppelzimmer ist eine vertikale Gliederung der Doppelzimmer mit zwei Ebenen, eine Schlafebene über dem Koch- und Badbereich und einer Wohnebene möglich.  Die Schlafebene ist über eine Holztreppe erreichbar, in die ein Arbeitsplatz sowie Stauraum integriert sind.

Grundriss der beiden Ebenen eines Doppelzimmers mit der vorgesehenen Möblierung

Der Entwurf sieht eine kostensparende, kompakte Anordnung der Räume vor. Aus statischen Gründen folgt die Flächenaufteilung der Räume auch im IHCR der im darunterliegenden Studierendenhaus. Trotz dieser Flächenbegrenzung bieten die Räume hohen Wohnkomfort.

Grundriss eines Familienappartements

Familienappartement
Ansicht des Wohnzimmers

Blick ins Elternschlafzimmer

Kosten und Finanzierung
Die Kosten für die Errichtung des IHCR werden derzeit von den beteiligten Fachplanern und dem Architekturbüro Heide mit 3,5 bis 4 Mio Euro angenommen. Dieser Betrag wird zu einem maßgeblichen Teil aus Eigenmitteln der Stiftung aufgebracht. Der Rest muss über Darlehen und Fördergelder finanziert werden.

Ein wichtiges Anliegen der Stiftung ist es, bezahlbaren Wohnraum für Gastforscher, auch für jüngere Wissenschaftler mit geringem Einkommen, zu schaffen.  Eine von der Stiftung vielfach geübte Praxis ist die Vergabe von Mietstipendien, da auf diese Weise die tatsächlichen Mieten der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gäste angepasst werden können.

Die Stiftung bittet daher Bürger, denen die Internationalisierung akademischer Ausbildung und weltweite Kooperationen in der Forschung wichtige Ziele sind, um Unterstützung bei der Finanzierung dieser Baumaßnahme. Die damit verbundene Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs ist nicht nur für akademische Institute sondern auch für Unternehmen mit Nachwuchsbedarf eine wirksame Infrastrukturmaßnahme.

Wir sind für Förderbeträge in jeder Höhe dankbar. Solchen, die bei der Basisfinanzierung helfen, wie auch für die Übernahme von Kosten der Ausstattung einzelner Apartments.

Unseren Dank an die Förderer werden wir u.a. durch Nennung auf einer Stiftertafel im Eingangsbereich des IHCR ausdrücken.

Die Kosten für die Innenausstattung betragen beispielsweise für:
1 Einzelzimmer                  25.000 Euro
1 Doppelzimmer                30.000 Euro
1 Familienappartement    70.000 Euro

Durchführung der Baumaßnahme und Zeitplanung
Die gemeinsame Durchführung des Bauvorhabens von Stiftung und Studentenwerk unter Federführung des Studentenwerkes bietet große Synergievorteile.

Das Gebäude wird als Holzbau erstellt. Dies wurde durch eine Novellierung der Hessischen Bauordnung ermöglicht. Die Vorteile liegen besonders in der Nachhaltigkeit der Bauweise durch Verwendung nachwachsender Baustoffe, einer kürzeren Erstellungsphase und in dem Umstand, dass Holzbaufirmen derzeit noch nicht so intensiv ausgelastet sind wie solche für herkömmliche Betonbauweise.

Der Bauantrag wurde im April 2019 gestellt. Mit dem Aushub der Baugrube soll im November 2019 begonnen werden, die Fertigstellung wird für August 2021 geplant, so dass der Bezug durch die Gastwissenschaftler zum Wintersemester 2021/2022 erfolgen kann.


URL: http://stiftung-iwbz-frankfurt.de/

Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Bereiter-Hahn
Vorsitzender des Stiftungsrates
(verantwortlich im S. d. Presseges.)
Tel. 017045 18717

Abbildungsnachweis:  Titelbild: Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt
10: https://www.instagram.com/p/BePz9J3gGyB/?utm_source=ig_web_button_share_sheet

Alle anderen Abbildungen: Ferdinand Heide Architekt Planungsgesellschaft mbH

Lageplan


[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die Verwendung geschlechterspezifischer Sprachformen verzichtet. Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung sämtliche Geschlechteridentitäten.